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Film "Max Ernst - Mein Vagabundieren - Meine Unruhe"


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MAX ERNST
Mein Vagabundieren - Meine Unruhe

1991 - 100 min
Werner Spies gewidmet

REGIE: Peter Schamoni
BUCH: Peter Schamoni
BUCHZITATE: Dorothea Tanning: Birthday / Jimmy Ernst: Nicht gerade ein Stilleben
KAMERA: Ernst Hirsch / Peter Rosenwanger / Victor Schamoni
MUSIK: Igor Strawinsky
SPRECHER: Max Ernst, Heiner Lauterbach, Hanns Dieter Hüsch, Elisabeth von Molo, Linda Joy, Donald Arthur, Werner Spies, Christian Wolf
PRODUKTION: Peter Schamoni Film / InterNationes / ZDF
ERST-VERLEIH: atlas Film

  Bayerischer Filmpreis 1991
Deutscher Filmpreis - Nominierung 1992
Montreal Festival International du Film sur L' art: Prize for best biography
Prädikat: besonders wertvoll

Filmkritik
FAZ Wilfried Wiegand

Nach drei schönen Kurzfilmen über bestimmte Werkeinheiten des Künstlers ist dem Regisseur Peter Schamoni mit "Max Ernst - Mein Vagabundieren - Meine Unruhe" ein Meisterwerk von erstaunlicher Vielfalt gelungen. Auch Schamoni wählt hier die Form der Collage, um Bildelemente zu mischen und in einem Mosaik so zusammenzusetzen, daß sich die Partikel zu einem Gebilde von nahtloser Geschlossenheit fügen. Zu den Höhepunkten der bei aller Materialfülle erstklassig montierten Ehrung zum 100. Geburtstag Max Ernsts gehört eine Konstante. Schamoni folgte den Lebenslinien und Fluchtpunkten seiner Hauptperson, zuweilen inszenierte er die Fahrten zu Haltestellen nach, an denen sich der rastlose Vagabund vorübergehend seine Refugien zimmerte. Paris, New York, Arizona und zurück nach Europa mit den wunderbaren Häusern in der südfranzösischen Provinz als Endstation.
WAZ 13. Juli 1991 Michael Lentz

Es ist ein beeindruckender Film geworden, der ein exemplarisches Leben schildert: Ein Künstler, wie er mit seiner Berufung auf die Romantik nicht deutscher sein könnte, wird durch den Schock des Ersten Weltkrieges zum Kosmopoliten, geht mit geliehenem Pass unbehelligt nach Paris, wird vom deutschen Unheil eingeholt, muß ins Internierungslager, wird von einem französischen Freund befreit, von einem anderen Franzosen verraten, kommt wieder ins Lager, emigriert schließlich nach Amerika und kehrt nach langen Jahren nach Frankreich zurück - und diese Odyssee wird vorgetragen in einem unüberhörbaren rheinischen Dialekt und mit so herrlichen Sentenzen: "Ein Maler, der sich findet, ist verloren."
Jene Szenen beeindrucken am meisten, in denen Original-Schauplätze besucht werden: Das Haus Eluards mit den Wandmalereien von Ernst, das Haus in der Touraine, die Landschaft Arizonas. Die von Peter Schamoni neu aufgenommenen und geradezu dramatisch ins Bild gerückten Felspanoramen von Bryce Canyon oder Grand Canyon machen es nachvollziehbar, wie Ernst damals meinte, die Visionen seiner eigenen Malerei leibhaftig vor sich zu sehen. In solchen Augenblicken wird Film zur Magie: Er beschwört imaginierte Wirklichkeit, zaubert sie vor unsere Augen.

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