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Andrea Rau und Ulrich Schamoni in "eins"


eins

1971 - 88 Minuten

REGIE: Ulrich Schamoni
DREHBUCH: Ulrich Schamoni
KAMERA: Igor Luther
SCHNITT: Heidi Rente
PRODUZENT: Peter Schamoni
VERLEIH: nobis-film
mit: Andrea Rau, Ulrich Schamoni, Wolf Fuchs, Herbert Hamm, Pit Schröder

  Deutscher Filmpreis 1972 für Regie
Prädikat: wertvoll

Pressezitat
DIE ZEIT, 3. Dezember 1971, Wolf Donner

Der Film ist zunächst die Geschichte einer Reise: Gespickt mit verschlüsselten Hinweisen und insider-jokes, gedreht in 16 und 35 Millimeter, mit Fahrt- und Landschaftsbildern von großer Schönheit, die meisten Szenen aus unmittelbaren Stimmungen und Erlebnissen heraus improvisiert.
Zweitens ist der Film eine Studie über das Zocken, das Roulette-Spiel als Unterhaltsmöglichkeit oder aus Verfallenheit: nicht über die Faszination oder die Technik des Spiels (das man nie sieht), sondern über die Psychologie des Zockens, das durchs Spiel Zerbrochensein oder das Spiel als Job.
Drittens, und darin liegt Schamonis Engagement, die politische Parabel vom Unternehmer und den Arbeitern: Die zwei Angeheuerten arbeiten für den, der das System und das Geld hat, der mit entwaffnender, dumm-versierter Selbstverständlichkeit auf seinen Vorrechten beharrt.
"eins" ist viertens ein Film über die fünf Leute, die in ihm spielen und für die das Spiel ein Akt der Klärung, teils der Befreiung wurde. Die zwei Arbeiter, Hamm und Fuchs, sind keine Schauspieler, sondern hatten angefangene Studien, Jobs, den Polittrip und Gammelphasen hinter sich. Der Chauffeur, Peter Schröder, ist das gleiche Mädchen für alles als Produktionsleiter bei Peter Schamoni. Andrea Rau spielt genau die Rolle, zu der sie die deutsche Filmindustrie in unzähligen billigen Pornostreifen abgerichtet hat: sie macht Sex und läßt sich ausbeuten, sie demonstriert auf rührende Weise ihre Ausbeutung, in dem sie zeigt, daß sie nichts anderes mehr als posieren und sich ausziehen kann. Ulrich Schamoni selbst schließlich hat am meisten Privates investiert. Er raunzt und muffelt, wie ein Boß es wohl sein muß, auch wenn er vom Selbstzweifel zernagt und im Grund ein schäbiger hohler Geldsack ist, ein Fleischberg voll bierseeligen Elends.
Gut ist der Film, wo er ganz subjektiv, ganz Ulrich Schamoni ist, und gut ist, daß einer, der kommerzielle Erfolge hatte, sich allen üblichen Auflagen und Konzessionen verweigert und so dreht, wie er empfindet.

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